Herausragend: Julia Hauptmann und Melanie Feselmayer
Schier unerschöpflich ist der Einfallsreichtum an den Beruflichen Schulen in Ahornberg, wenn Feiern anstehen. So stand die Abschlussfeier der Fachakademie für Hauswirtschaft des Landkreises Hof in Ahornberg in diesem Jahr ganz im Zeichen des löblichen Rittertums.
Entsprechend war die Aufmachung und Verköstigung der Gäste. Allen voran machte sich der Verein für das deutsche Rittertum, die Bairuther Katzbalgeren", zu Deutsch "Bayreuther Katzbalg", oder wie der Frankenwäldler sagt "Katzenbenz" um die Ausgestaltung der Feier verdient. Ihm gehören auch einige der Studierenden an, von denen jetzt 26 aus der Hand vom Schulleiter der Fachakademie, Hermann Gesell und dem Schirmherrn, stellvertretenden Landrat Klaus Adelt, die Zeugnisse nach einem zweijährigen Vollzeitunterricht in Empfang nahmen.
Die bestandene Abschlussprüfung dieses ersten Ausbildungsabschnitts berechtigt zur Zulassung für die Weiterbildung als Fachlehrerin für Handarbeit und Hauswirtschaft am Staatsinstitut für Fachlehrkräfte in Ansbach.
Die andere Ausbildung endet nach einem Jahr Berufspraktikum mit dem eigentlichen Berufsabschluss einer staatlich geprüften hauswirtschaftlichen Betriebsleiterin. Die Einsatzmöglichkeiten hier sind vielfältig und nach wie vor gefragt. Bei einem Notendurchschnitt von 1,65 der diesjährigen FAK II dürfte niemandem bange sein, das Berufsziel nicht zu erreichen und eine adäquate Arbeitsstelle zu bekommen.
Spitzenreiter waren Julia Hauptmann mit einer glatten Eins , einschließlich der Ergänzungsprüfung, und Melanie Feselmayer mit der selben Note.
Nach den Worten der Klassensprecherin Simone Brandler sind diese Vorzeigeergebnisse niemandem in den Schoß gefallen. Aus einer anfänglich sehr vielfältigen Schar von Studierenden sei mit Hilfe der Lehrkräfte ein tolles Team entstanden, das mit Leistung auch das Bemühen ihrer Lehrer und Förderer honorierte.
Ein uneingeschränktes Lob gab von der Schulleiterin der Beruflichen Schulen in Ahornberg, Studiendirektorin Barbara Spöttl, und von Klaus Adelt an die "Aktiven". Jeder wisse, so der Tenor der Grußreden, dass die Besetzung eines Arbeitsplatzes in der derzeitigen Wirtschaftslage nicht mehr so leicht ist wie in früheren Jahren. Weiter- und Fortbildung, nahezu lebenslang, seien mehr denn je gefragt. Dabei wurde nicht verhehlt, dass gerade Frauen mit einer Mehrfachbelastung nicht selten an die Grenzen des Leistungsvermögens stoßen.
Gefochten und gestoßen wurde zum Gaudium der vielen Gäste - meistens Angehörige der Studierenden - auf dem Innenhof der Schule. Da galt das Motto "Ja so sind´s die alten Rittersleut". Dabei waren es nur junge Leut´ Knappen, Mägde, Edelmänner und Burgfräuleins, die ihre Klingen kreuzten. Sieger und Besiegte gab es nicht; denn kein Gast wollte sich die deftige Kost und Leckereien - gekonnt kreiert von der Nachfolgeklasse FAK I - aus dem Zeitalter des Rittertums entgehen lassen. "Ein Ritterfest mit Speis´ und Trank, ein guter Appetit reicht uns als Dank" stand unter anderem auf der ansehnlichen Speisenkarte zu lesen.
Gute Laune und Appetit brachten alle Gäste mit und sie feierten einige Stunden in familiärer Atmosphäre. In einem Jahr sehen sich die meisten der verabschiedeten Studierenden nochmals kurz wieder.
Wir danken Lothar Weller, Journalist und Kriminalist, ganz herzlich für diesen Artikel, die gelungenen Aufnahmen und die Erlaubnis, dies alles auf der Homepage der Fachakademie zu veröffentlichen.
Abschließend noch ein paar Bemerkungen von einem Zeitzeugen, der die Feier bis zum Ende - auch hinter den Kulissen - erlebt hat:
Wie bereits oben zu lesen stand, gelang auch diesmal der FAK I wieder ein phantastisches Abschlussfest für die Studierenden der zweiten Jahrgangsstufe.
Außer der umfangreichen Speisenfolge (s.u.) gab es auch verschiedene Cocktails und ein gelungenes Unterhaltungsprogramm. Neben dem "Hauen und Stechen" wurde noch Musik auf echten mittelalterlichen Instrumenten und ziemlich spät am Abend eine phantastische Feuershow geboten. Man fühlte sich einen Jahrmarkt viele Jahrhunderte vor unserer Zeit versetzt und bestaunte das Geschehen, dass den Vergleich mit modernen Attraktionen nicht zu scheuen brauchte.
Als die letzten Gäste die Schule verlassen hatten, bekam die veranstaltende Klasse nochmals richtig viel zu tun. Wie in den vergangenen Jahren auch sollte das Schulhaus am nächsten Morgen so ordentlich und sauber sein, als wären in der Nacht die legendären Heinzelmännchen persönlich tätig gewesen. Und auch diesmal gelang das Zauberstück wieder. Alle halfen zusammen und konnten auf ihr gelungenes Fest und die gemeinsam vollbrachte Leistung wirklich stolz sein.
Die Feier nach dem zweiten Jahr wurde ins Leben gerufen, weil die Berufspraktika zu unterschiedlichen Zeitpunkten begonnen werden und somit auch abschließen. Einer solchen Feier könnten nach dem Berufspraktikum nicht mehr alle Absolventinnen beiwohnen, weil sich für viele direkt an das Praktikum der Berufsalltag - häufig weit entfernt von Oberfranken - anschließt. Und außerdem geht mit dem zweiten Schuljahr auch die eigentliche Schulzeit in an den Ahornberger Schulen zu Ende, die für manche Studierende schon fast zu einer zweiten Heimat geworden sind.
Die Speisenfolge - die Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit:
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Tomatensuppe mit Basilikumklößchen und Kartoffelsuppe mit Streifen von geräuchertem Lachs im Brotlaib serviert
- Salatbüfett
- Im Ganzen gebackenes Spanferkel
- Putenröllchen an Senfsauce
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Rotbarschfilet im Tomatenbett gegart
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Beilagen: Hausgemachte grüne und weiße Spätzle, Ofenkartoffeln, Sauerkraut, Speckböhnchen usw.
- Bayerische Creme, Buttermilch- und Joghurtcreme mit Roter Grütze, Aprikosentraum- oder "zimtiger" Fruchtpunschsauce
- Erdbeertörtchen
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Cocktails: Drachenblut, Keuschheitstrunk, Gallengebräu, Hexenzauber