Domenik Petzet aus Eckersdorf ist einziger Mann an der Ahornberger Fachakadenmie für Hauswirtschaft.
Unter 60 Frauen ist er der Hahn im Korb
Ein beneidenswertes Schülerdasein führt Domenik Petzet aus Eckersdorf an der Ahornberger Fachakademie für Hauswirtschaft. Unter insgesamt 60 Schülerinnen ist er der Hahn im Korb. Das stört ihn jedoch keineswegs, denn welcher Mann hätte nicht gerne so viele Frauen um sich? Gemeinsam mit seiner Münchberger Schulkameradin Lena Foerster erzählt der einzige Hauswirtschafter der Fachakademie über seinen Unterrichtsalltag.
AHORNBERG - Drei Jahre lang hatte Petzet in Bayreuth die Hauswirtschaftschule besucht, bevor er im September diesen Jahres zur Weiterbildung an die Fachakademie für Hauswirtschaft nach Ahornberg kam. Bis 2005 wird er hier die Schulbank drücken, um Hauswirtschaftlicher Betriebsleiter (HBL) zu werden. Auf die Idee, die Hauswirtschaft zu seinem Beruf zu machen, sei er schon relativ früh gekommen. Bereits als Kind habe es ihm Spaß gemacht, seiner Mutter bei der Hausarbeit, vor allem beim Kochen zu helfen, verrät der 18-Jährige. Der Unterricht an der Ahornberger Schule gefällt dem jungen Mann bisher gut. Mit seinen Klassenkameradinnen versteht er sich prima. So sei er zwar nicht nach Ahornberg gekommen, um nur Frauen um sich zu haben, allerdings seien sie bei seiner Ausbildung eine ,,angenehme Begleiterscheinung``, so der 18-Jährige.
Viele verschiedene Fächer stehen auf seinem Stundenplan: Werken, Textilarbeit, Nahrungszubereitung, Betriebs- und Arbeitspädagogik, betriebliche Haushaltslehre, Textillehre, Sozialkunde, Deutsch, Personalwesen, Betriebshygiene, BWL, EDV, Chemie und Petzets Lieblingsfach Hauswirtschaftliche Betriebsführung. ,,Man lernt Kochen und Unterweisen. Das Fach ist sehr abwechslungsreich und kommt dem späteren Arbeitsleben sehr nahe``, erklärt der Eckersdorfer.
Zirka sechs bis acht Mal im Jahr muss jeder Schüler einen sogenannten Betriebstag bewältigen: Ein Schüler bekommt vom Lehrer die Aufgabe gestellt, zu einem bestimmten Termin etwa für 50 Personen ein Dreigängemenü zu kochen. Dafür muss ein vorgegebenes Küchengerät verwendet werden, über das der Schüler ein Referat hält. Dem Prüfling unterstehen drei Azubis, die er unterweisen muss, indem er ihnen zuerst 30 Minuten lang das Gerät erklärt und ihnen anschließend Aufgaben in der Küche zuteilt. Die Arbeit beginnt um 8 Uhr. Um 11.30 Uhr muss das Essen dann bereits auf dem Tisch stehen. Zwei Wochen vor dem Betriebstag muss der Schüler eine schriftliche Ausarbeitung abgeben, die Rezepte, Zeit- und Menüplan genauso beinhaltet wie einen Vorschlag für die Tischdekoration und eine Übersicht über die Kosten der Zutaten. Bisher musste Petzet noch keinen Betriebstag vorbereiten. Er ist erst im Januar mit dem Thema ,,Eismaschine`` an der Reihe. Was genau er zubereiten wird , weiß der 18-Jährige noch nicht, ,,aber wahrscheinlich gibt es Eis zum Nachtisch``.
Im zweiten Ausbildungsjahr an der Fachakademie ist Lena Foerster schon ein alter Hase was Betriebstage betrifft. Schon mehrere Aufgabenstellungen hat sie gemeistert. ,,Die Noten werden nach einem vorgegebenen Bewertungsschema vergeben``, weiß die 20-Jährige. ,,Die Lehrer sehen sich die Unterweisung an und überwachen den Arbeitsablauf.
Zeit- und Arbeitsplan müssen eingehalten werden``, erzählt die Münchbergerin. In eineinhalb Jahren ist Foerster mit Ihrer Ausbildung in Ahornberg fertig. Dann möchte sie in verschiedenen Großküchen Berufserfahrung sammeln. Für die spätere Zukunft träumt die junge Frau davon, sich mit einem eigenen Catering-Service selbständig zu machen. In Münchberg wolle sie nicht unbedingt bleiben. ,,Man muss flexibel sein und eventuell auch woandershin gehen``, so Foerster.
Ganz andere Pläne hat dagegen Petzet: Er möchte nach seinem Abschluss in Ahornberg ein Jahr lang nach Ansbach gehen, um eine pädagogische Ausbildung zum Fachlehrer für Hauswirtschaftliche Betriebsleitung zu absolvieren. Bis dahin muss er aber noch zwei Jahre lang in Ahornberg lernen. KRISTINA SCHMIDL
Die Fachakademie für Hauswirtschaft des Landkreises Hof dankt Kristina Schmidl, Frankenpost - Redaktion Münchberg, ganz herzlich für diesen Artikel und die Erlaubnis, diesen auf unserer Homepage veröffentlichen zu dürfen.