Der steile Aufstieg zur Versorgungsmanagerin

Nach dem erfolgreichen Besuch der Fachakademie für Hauswirtschaft in Ahornberg
Interview mit Nicole Glamsch im Rahmen eines Abschlussessens der Absolventinnen der Fachakademie für Hauswirtschaft der Beruflichen Schulen Ahornberg und der Verleihung des Meisterpreises der Bayerischen Staatsregierung im Restaurante ‚Adria', Bayreuth.
Bayreuth/Münchberg.
Stellvertretend für die Absolventinnen der Fachakademie 2003 stellte sich Nicole Glamsch, Landkreis Bayreuth, frisch gebackene staatlich geprüfte hauswirtschaftliche Betriebsleiterin am Ende einer dreijähriger Ausbildung ,unseren Korrespondenten Lothar Weller als Interviewpartnerin zur Verfügung.
Nach zweijähriger schulischer Ausbildung an der Fachakademie in Ahornberg mit dem Berufsziel einer gehobenen Berufslaufbahn und der Befähigung leitende Aufgaben in hauswirtschaftlichen Mittel- oder Großbetrieben zu übernehmen, oder als Fachberaterin in der Industrie oder Verbänden tätig zu werden, folgte als Abschluss der Gesamtausbildung das einjährige Berufspraktikum in hauswirtschaftlicher Betriebsführung.


L.W.: Haben Sie sich um einen Praktikumsplatz beworben oder ist dieser Ihnen zugeteilt worden?

N.G.: Die Praktikumsstelle konnten wir uns selbst aussuchen. Angebote waren vorhanden. Ich bin zufällig durch eine Bekannte auf einen Betrieb aufmerksam gemacht worden, der für meine berufliche Weiterbildung (Studium) nach dem Praktikum geeignet erschien.
Es war ein Betrieb eines weltweit bekannten Catering-Unternehmen (Eurest Deutschland) in Neumarkt/Oberpfalz. Hier habe ich mich beworben, wurde angenommen und konnte somit mein Praktikum nahtlos, genau einen Tag nach Abschluss der Fachakademie, beginnen und meine neue Wohnung beziehen.

L.W.: Wie lange sind Sie geblieben, wie war Ihre Arbeitszeit und die Urlaubsregelung?

N.G.: Das Praktikum dauerte ein Jahr. Ich hatte offiziell eine 40-Stunden-Woche, bei der es jedoch selten blieb, was mir aber überhaupt nichts ausmachte. Man verlangte sehr viel; die anfallenden Überstunden machte ich gerne. Früh um 06.30 Uhr begann ich, Ende des Arbeitstages war 15.30 Uhr. Die Urlaubsregelung lag bei den üblichen 26 Tagen.

L.W.: Woraus bestand Ihr Aufgabengebiet?

N.G.: Administrationen im Büro. Ich war sozusagen die zweite Hand vom Betriebsleiter, den ich beispielsweise auch im Urlaub vertreten habe. Dadurch, das der Betrieb sehr neu und im Aufbau war, schrieb ich die Organisations- und Reinigungspläne, erstellte Organigramme, war zuständig für Kundenbetreuung, Dekorationen und anderes mehr. Ich hatte viel Verantwortung bei meiner Tätigkeit, wobei ich anmerken möchte, dass man mir nach kurzer Einarbeitungszeit nahezu freie Hand gewährte, und ich fast eigenständig bis zum Abschluss meines praktischen Jahres wirken durfte.

L.W.: Offensichtlich beherrschten sie ihr Metier, man war mit Ihren Leistungen zufrieden?

N.G.: Davon kann durchaus ausgehen.

L.W.: Um was für ein Unternehmen handelte es sich, was wurde hergestellt, wie groß war der Betrieb?

N.G.: Eurest ist ein Dienstleister rund um die Betriebsgastronomie und alle Catering-Aktivitäten. Wir waren mit neun Mitarbeitern bei der Firma Pfleiderer AG - sie hat etwa 1000 Beschäftigte vor Ort - und haben hier das Betriebsrestaurant einschließlich des Gästehauses, ähnlich eines gehobenen Hotels, betrieben.

L.W.: Waren noch mehr Praktikantinnen aus Ahornberg dort?

N.G.: Nein, ich war die einzige und erste Praktikantin überhaupt. Natürlich habe ich diesen Betrieb wärmstens weiterempfohlen. So wurde noch meinen Entschluss zum Studium wieder eine Praktikantin aus den ‚Ahornberger Reihen' gewählt und eine der diesjährigen Absolventinen arbeitet als Betriebsleiter-Assistentin bei Eurest in Freising.

L.W.: Was hat Ihnen besonders hier gefallen?

N.G.: Am Praktikum ganz besonders die Administration und der Umgang mit Mitarbeitern und Kunden. Erfreulich, dass mir hierbei der Chef freie Hand gegeben hat, und ich ihn vertreten durfte. Das schöne Arbeitsklima und ein zusammengewachsenes Team trugen zu einen schweren Abschied mit bei.

L.W.: Es war quasi Anerkennung ihrer Fähigkeiten und Auszeichnung zugleich?

N.G.: Das kann man so sagen.

L.W.: Gab es etwas, was nicht so sehr nach ihrem Geschmack war?

N.G.: Da fällt mir im Moment gar nichts ein.

L.W.: Wie gestaltet sich jetzt Ihr weiterer Weg?

N.G.: Ich habe mich zum Studium entschlossen. An der FH Weihenstephan, Abteilung Triesdorf, habe ich ein Studium für Ernährungs- und Versorgungsmanagement aufgenommen mit dem Ziel: Diplom-Ingenieurin.

L.W.: Dazu wünsche ich Ihnen viel Erfolg. Danke für das Interview.


Anmerkung: Nicole Glamsch (21) entschloss sich nach ihrer schulischen Ausbildung zur Mittleren Reife an der Johannes-Kepler-Realschule Bayreuth im Jahre 1998 an die Beruflichen Schulen Ahornberg zur weiteren Ausbildung zu gehen. Anlass hierzu war der Berufswunsch zur Fachlehrerin für Handarbeit und Hauswirtschaft. Die Anregung hierzu kam von einer Fachlehrerin der Realschule. Nicole Glamsch schloss ihre Gesamtausbildung mit 1,06 ab und erfüllte damit alle Voraussetzungen für ein fachgebundenes Hochschulstudium. Die staatlich geprüfte hauswirtschaftliche Betriebsleiterin erhielt zudem den Meisterpreis der Bayerischen Staatsregierung, überreicht vom stellvertretenden Landrat des Landkreises Hof, Klaus Adelt.

Die Fachakademie für Hauswirtschaft des Landkreises Hof in Ahornberg dankt Herrn Lothar Weller, Kriminalist und Journalist bei der Frankenpost, ganz herzlich für das Interview und die Freigabe für unsere Homepage.

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