Besichtigung der JVA St. Georgen in Bayreuth


Der Bau der JVA begann 1724 als Zucht- und Arbeiterhaus für ca. 200 Züchtlinge. Die Fertigstellung erfolgte 1735, weitere Umbauten wurden 1860, 1901, 1960, 1981, 1989 und 1994 vorgenommen.

Heute gehören drei räumlich voneinander getrennte Teilanstalten zu der JVA. Bestehend aus Anstalt I mit Verwaltungsgebäude, Arbeitsbetriebe und Häuser A bis D, Anstalt II mit Ordensschloss, Häuser E bis H mit Untersuchungshaft, Krankenabteilung, Tbc-Krankenhaus und Freigängerabteilung und Anstalt III ist die Landwirtschaftsabteilung in St. Johannis für den offenen Vollzug.

Die JVA hat Platz für 926 Männer und 5 Frauen, also insgesamt 931 Häftlinge. 539 Gefangene können einzeln, 392 Gefangene in Gemeinschaftsräumen und 2 Gefangene in behindertengerechten Einzelhafträumen untergebracht werden. 101 Plätze befinden sich im offenen Vollzug, die Krankenabteilung weist 54 und die Tbc-Abteilung 45 Plätze aus, darunter 5 Plätze für Frauen.

Die Durchschnittsbelegung beläuft sich auf 935 Häftlinge, der Ausländeranteil beträgt 34 %, es sind aber auch noch weitere Ausbauten geplant.
Zurzeit sitzen 28 % wegen Eigentumsdelikten, 23 % wegen Rauschgiftdelikten, 15 % wegen Sittlichkeitsdelikten, 16 % wegen Körperverletzungs- und Tötungsdelikten und 18 % wegen anderer Delikte in Haft.

Seit 2001 besteht eine Sozialtherapeutische Abteilung zur Behandlung von Sexualstraftätern mit 24 Haftplätzen.
Auch gibt es 2 Wohngruppen mit insgesamt 67 Haftplätzen für Gefangene, die an einer Therapie oder einem psychologischen und sozialen Trainingsprogramm teilnehmen.
Außerdem existieren musische Gruppen wie Singchor und Laienspielgruppe, verschiedene Sportangebote (Fußball, Volleyball, Schwimmen, Kraftsport, u.a.) und Unterhaltungsmedien (Fernsehen, Rundfunk, Filme, Spiele, Theater, u.a.).

Die Häftlinge haben auch die Möglichkeit der Arbeit in verschiedenen Bereichen. Zur Auswahl stehen eine Schlosserei, Bäckerei, Kfz-Betrieb, Malerei, Buchbinderei/Druckerei, Wäscherei, Bauabteilung, Landwirtschaft, Schreinerei, Elektrowerkstatt und ein Installationsbetrieb. Außerdem arbeiten 107 Gefangene im Tagesdurchschnitt außerhalb der Anstalt.

Auch die Häftlinge, die noch keinen Bildungsabschluss besitzen, können gefördert werden. Neben allgemein bildendem Unterricht wird Unterweisung für Analphabeten und Lernschwächen angeboten. Sprachkurse gehören ebenso zum festen Bestandteil wie Kurse in Geologie, Geschichte und Gesellschaftslehre sowie Deutsch für Ausländer. In Einzelfällen gibt es die Möglichkeit zur Erreichung eines höheren Schulabschlusses und sogar zum Besuch von Vorlesungen an der Universität Bayreuth
Für die Berufsbildung stehen Ausbildungen als Kfz-Mechaniker, Maurer, Schweißer und in der EDV zur Verfügung. In Einzelfällen gibt es die Möglichkeit einer Lehre als Bäcker, Gas- und Wasserinstallateur, Elektroinstallateur, Schlosser, Schreiner, Schriftsetzer und Maurer.

Auch für die Bewachung ist gut gesorgt. Dafür stehen zwei Anstaltsleiter, 47 Verwaltungsbedienstete, 20 Fachdienste, 35 Werksdienstleiter und 270 allgemeine Vollzugsdienstler zur Verfügung.

Es war sehr interessant die JVA zu besichtigen. Trotzdem würden wir nicht gern darin eingesperrt sein.


Katharina Lechler und Anne Sparmann

 

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