erarbeitet von Simone Stahlmann im Januar 2000
Gliederung:
Die Kartoffel ist ein Nachtschattengewächs und wird auch Erdapfel genannt.
Im italienischen heißt sie auch tatruffulo = Trüffel. Sie trägt ihre "Früchte" unter
der Erde. Es handelt sich dabei um Sprossverdickungen, die als Nährstoff-
lager und der ungeschlechtlichen Vermehrung dienen. Jedes "Auge" an einer
Kartoffel ist eine Seitenknospe, aus der ein Trieb einer neuen Pflanze
herauswachsen kann. Über der Erde ist sie eine ca. 1m hohe, grüne, buschige
Pflanz mit gefiederten Blättern und weißen, rosa oder lila farbigen Blüten.
Diese können von Juni bis August bestaunt werden. Im Frühjahr werden die
Kartoffeln in die Erde gesteckt, hierbei sollte zwischen den Einzelnen ungefähr
70cm Platz sein. Weiter hin ist es wichtig, die Kartoffeln unter eine Erdhügel
von ca. 15cm Höhe zu pflanzen. Die Kartoffel benötigt für ihre Entwicklung ca.
110-120 Tage. Zwischen August und September haben die beliebten Knollen
ihre optimale Größe erreicht.
Um zwei Sorten miteinander kreuzen zu können, müssen beide erst blühen.
Der Blütenstaub wird nun von der einen Pflanze auf die Narbe der anderen
Pflanze übertragen. Nun bilden sie Kartoffelbeeren mit über 100 Samen. Aus
denen zieht der Züchter neue Sämlingspflanzen heran. Diese
herangezogenen Pflanzen müssen sich 10 Jahre lange bewähren, bis sie im
Handel erhältlich sind.
Sie ist sättigend, da sie sehr viel Stärke enthält. Wegen ihres Gehalts an
wichtigen Nähr- und Wirkstoffen wie Eiweiß, Mineralstoffe, Kalk, Kalium, Eisen
und Magnesium. ist die Kartoffel besonders nahrhaft und zählt zu den
wichtigsten Grundnahrungsmitteln. Außerdem ist sie grundsätzlich leicht
verdaulich. Diese gute Eigenschaft ist allerdings von der Zubereitung abhängig
und trifft auf Pommes Frites, Bratkartoffeln und Chips aufgrund des hohen
Fettgehalts nicht mehr zu. Da sie viel Wasser (ca. 78 - 82 %) und nur ganz
wenig Fett enthalten, machen diese Knollen auch nicht dick. Deshalb sollte
man Kartoffel möglichst gekocht oder gedämpft, z.B. als Kartoffelbrei, Pell-
oder Salzkartoffeln verzehren.
Die biologischer Wertigkeit des Eiweißes (ca.2 %,vorwiegend Albumin) in
Kartoffeln liegt bei 68%. Das Kartoffeleiweiß ist somit verhältnismäßig
hochwertig. Es kann noch zusätzlich durch gleichzeitigen Verzehr von Ei,
Milch oder Fischeiweiß aufgewertet werden.
Die Kohlenhydrate (durchschnittlich 18 %) in der Kartoffel bestehen
überwiegend aus Stärke und sind somit Energielieferanten, die im Körper nur
langsam abgebaut werden. Ihr Sättigungswert ist deshalb gut und lange
anhaltend.
Die Darmtätigkeit und der Stoffwechsel werden durch die Ballaststoffe (ca. 2,5
%) in der Kartoffel gefördert.
Für die Steuerung der Lebensvorgänge sowie auch für den Aufbau von
Körpergewebe sind Mineralstoffe und Spurenelemente notwendig. Kartoffeln
sind reich an Kalium und enthalten außerdem nennenswerte Mengen
Magnesium, Mangan und Phosphor. Positiv zu bewerten ist außerdem der
geringe Natriumgehalt.
Aber auch Vitamine sind in der Kartoffel enthalten. Da die Kartoffel zu den
Grundnahrungsmitteln zählt und durchschnittlich 17 mg Vitamin C in 100g
enthält, rechnet die Kartoffel zu den bedeutenden Quellen für dieses Vitamin.
Allerdings nimmt vor allem der Vitamin C- Gehalt bei längerer Lagerung und
langen Kochen ab.
Außerdem enthalten Kartoffeln B1/Thiamin, B2/Riboflavin und Niacin.
Die Kartoffel ist somit ein wesentlicher und sogar preiswerter Bestandteil für
eine ausgewogene Ernährung, und es wäre deshalb wünschenswert, wenn
der Verzehr von Kartoffeln wieder steigen würde.
Den ganzen Tag, wenn die Sonne scheint, betreiben die Blätter der Kartoffel Photosynthese. Dabei produzieren die aus dem Kohlendioxid der Luft und dem Wasser des Bodens Stärke. Dieser Stoff ist nicht wasserlöslich und kann zunächst nicht transportiert werden. Im Verlauf der Nacht wandelt die Pflanze die Stärke in Traubenzucker um. Dieser ist wasserlöslich und wird in den Leitungen der Pflanze zur Knolle gesandt. Die Leitungszellen durchziehen die Pflanze vom Blatt bis zu den Wurzeln. In den Knollen wird der Traubenzucker wieder in Stärke umgewandelt und gespeichert. Erst wenn dann wieder eine Jungpflanze heranwachsen soll, entsteht aus der Stärke wieder Traubenzucker. Die Jungpflanze kann diesen dann zur Bildung ihres Pflanzenkörpers verwenden. Die Kartoffel betreibt so Vorratswirtschaft für den Neuaustrieb im Frühjahr.
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Kartoffel ist nicht gleich Kartoffel. Dies ist nicht nur dem Fachmann sondern
auch dem Verbraucher bekannt. Es ist daher nicht leicht die richtige Kartoffel
zu finden.
Je nach Reifezeit, Form, Farbe und Stärkegehalt haben die Kartoffelsorten
ihre verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten. Die Sortenvielfalt ist schier
unglaublich. Es werden nicht nur ständig neue Sorten gezüchtet, es gibt auch
noch regionale und nationale Unterschiede, die all die Genießer verwirren
Man unterscheidet frühe und späte Sorten:
Es gibt vier verschiedene Gruppen von Kartoffelerzeugnissen:
Zu der Gruppe der Naßprodukte zählen zum Beispiel Kartoffelkonserven.
Das sind geschälte Kartoffeln in Dosen oder Gläsern mit einer langen
Haltbarkeit. Auch Frisch-Pack-Produkte in Alubeuteln wie zum Beispiel
Bratkartoffeln, Bauernfrühstück gehören dazu.
Tiefkühlprodukte sind unter anderen Pommes Frites, Knödel, Kroketten,
Herzoginkartoffeln oder Röstis. Die Haltbarkeit liegt hier bei mehreren
Monaten.
Kartoffelstärke zum Binden von Soßen und Suppen, Kartoffelpüree oder -
flocken, Knödelmehle oder Kartoffelsago gehören zu den
Trockenprodukten. Diese Erzeugnisse lassen sich im allgemeinen gut 1-
2Jahre lagern.
Snackprodukte sind Chips und Sticks in verschiedensten Geschmacks-
richtungen Bei der Herstellung von Chips werden Scheiben aus rohen,
geschälten Kartoffeln mit einer Dicke von 1-2mm so lange in Speiseöl fritiert,
bis nur noch ein Restwassergehalt von höchstens 3% enthalten ist.
Bei Sticks nimmt man Streifen mit einem Querschnitt von 5*5mm. Der
Restwassergehalt liegt hier bei 4%. Diese Produkte enthalten sehr viel Fett.
Deshalb haben sie einen sehr hohen Energiegehalt. Diese „Näschereien“
sollte man nach Möglichkeit meiden.
Wenn die Kartoffeln mit der Schale gekocht werden sollen, kurz und gründlich
unter fließendem Wasser waschen, Salzkartoffeln erst kurz vor dem Gebrauch
abschälen, nicht zu lange an der Luft liegen lassen, da sie sonst durch die in
der Kartoffel enthaltenen Enzyme braun werden.
Geschälte Kartoffeln nicht im Wasser liegen lassen. Sie laugen dadurch aus
und verlieren einen beträchtlichen Gehalt an Eiweiß, Vitaminen und
Mineralstoffen. Grüne Stellen müssen immer großzügig entfernt werden, da
sie das giftige Solanin enthalten. Kartoffeln möglichst in einem Dämpfer garen.
In der Schale gegarte Kartoffeln haben mehr Inhaltsstoffe als Salzkartoffeln.
Fertig gekochte Kartoffeln sofort abgießen und abdampfen lassen. Dadurch
bleiben sie trocken und locker. Die Kartoffel nicht lange warm halten, da sie an
Geschmack verlieren.
Nach der Handelsklassenverordnung für Speisekartoffeln müssen Speisekartoffeln einem der folgenden Kochtypen entsprechen.
Damit die Kartoffeln lange genießbar und vermarktungsfähig bleiben, ist eine sachgerechte Lagerung sehr wichtig. Speisekartoffeln, die eingekellert werden, sollen gesund, unbeschädigt, sortenrein, nicht ergrünt, trocken und sauber sein. Für Kartoffeln ist ein trockener, kühler aber frostfreier Raum besonders geeignet. Vor zu hoher Lichteinwirkung ist besonders abzuraten. Hierbei entwickelt sich das allgemein als giftig bekannte Solanin. Außerdem führt das Licht zum Keimen der Knollen. Es empfiehlt sich, die Kartoffeln auf ein Holzgitter zu schütten, damit sie sich nicht so schnell erwärmen und die Keimung vermieden wird. Für gute Lüftung ist zu sorgen. Je niedriger die Temperatur, um so weniger keimen die Knollen aus. Fällt die Temperatur allerdings unter 6°C, nimmt der Zuckergehalte beträchtlich zu. Bei 0C° wird die Stärke in Zucker umgewandelt, um eine Eisbildung zu vermeiden. Dieser zu hohe Zuckergehalt führt zu starken Geschmacksveränderungen. Sehr frühe Kartoffeln eignen sich nicht besonders gut für die Einkellerung. Sie verlieren schnell ihre guten Speiseeigenschaften. Außerdem keimen sie sehr schnell aus und welken leicht. Die Folienverpackung ist abzunehmen. Ferner sollten die gelagerten Kartoffeln nicht zu oft bewegt werden, denn auch dies führt zur schnelleren Auskeimung.
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Qualitätsmängel werden durch ungünstige Boden- und Witterungseinflüsse
hervorgerufen. Aber auch durch Fehler in der Art des Anbaus und während
der Aufbereitung der Ware entstehen weitere Mängel. Die Landwirte bemühen
sich deshalb, durch Sortenwahl und Anbautechnik Mängel auszuschalten.
Durch erprobte Anbaumethoden, ausgewogene Düngung und schonende
Behandlung der geernteten Knollen lassen sich viele Mängel vermeiden.
Sorgfältige Lagerung. Sortierung und Aufbereitung erhöhen die Qualität der
Ware.
Die häufigsten Mängel sind:
Kartoffeln sind bei der Ernte von unterschiedlicher Größe und Qualität. Um
das Angebot übersichtlicher zu gestalten und schlechte Qualitäten vom
Markt fernzuhalten, werden an den Handel mit Speisekartoffeln besondere
Anforderungen gestellt.
Diese Bestimmungen sind in der Verordnung über gesetzliche
Handelsklassen für Speisekartoffeln festgelegt. Die Verordnung gilt
grundsätzlich für alle Kartoffeln, die an den Verbraucher abgegeben
werden, mit Ausnahme solcher, die der Verbraucher vom Hof des
Erzeugers selbst abholt.
Die wichtigsten Punkte aus dieser Verordnung sind: